Donnerstag, 24. Januar 2008

Ins Leere laufen lassen - Kampfkunst im Alltag

Der Tai Chi Meister Dr. Pingsiang Tao, ein direkter Schüler des legendären Tai Chi Meisters Zheng Manqing, kam einmal von einem Kampfkunst-Training und beschwerte sich bei Zheng Manqing über seine Gegner, weil diese so hart und ruppig mit ihm umgegangen waren. Zheng Manqing fragte ihn: "Woher weißt du, dass der andere hart war?" Pingsiang Tao sah seinen Lehrer ungläubig an. Zheng Manqing fuhr fort: "Wenn du wirklich weich und entspannt warst." (Taijiquan & Qigong Jorunal Heft 5, 3/2001, Seite 32).
Zhang Sanfeng, der legendäre Vater des Tai Chi Chuan, soll seine Innere Kampfkunst entwickelt haben, nachdem er den Kampf zwischen einem Kranich und einer Schlange beobachtet hatte. Die Schlange wich mit ihren runden Bewegungen dem Schnabel des Kranichs immer wieder aus, bis der Kranich erschöpft und entnervt davonflog.
In den inneren Kampfkünsten, besonders im Tai Chi Chuan, gibt es verschiedene Techniken, den Gegner einzuladen und ihn dann ins Leere laufen lassen. Es scheint eine Technik des asiatischen Philosophie zu sein - und wird doch täglich genutzt. Ins Leere zu laufen bedeutet nicht, in Paris Hilton hineinzulaufen; hier ein paar Beispiele:
Tiere: Der Krake faßt seine Gegner, die ihn nicht fassen können. Das Stinktier hält durch eine friedliche Drohung die Feinde fern.
Mensch und Tier: Der Torero - und sein rotes Tuch.
Tier und Mensch: Der Aal ist nicht zu fassen - oder besser: nicht zu halten.
Rhetorik: Eine Frage, die als Angriff empfunden wird, wird mit einer Gegenfrage neutralisiert. "Warum willst du das wissen?"
Kinder und Eltern: Kinder sollen immer machen, was die Eltern ihnen sagen. Ein Kind läßt Vater und Mutter trotzdem ganz einfach ins Leere laufen. "Ich konnte dich nicht hören." oder "Ich wußte nicht, dass du es erlaubst."
Büro: Will man etwas nicht tun, dann kann man es "vergessen" - immer wieder.
Krimi: Der Verbrecher versinkt im Moor oder im Treibsand. (So kann der Autor von Buch oder Film auch noch den Täter der "gerechten Strafe" zuführen. Der Mörder richtet sich selbst.)
Mathematik: Das Labyrinth.
Märchen: Die Geschichte von Hase und Igel. "Ich bin schon da."
Funktionäre: Zuhören, Nicken, Aufschreiben, Verschwinden ... und die Sache im Sande verlaufen lassen.
Den eigenen Willen: Vorsätze sind wie Aale: leicht zu fassen, aber schwer zu halten. Klaus Müller. Gute Vorsätze sind oft nicht der Beginn einer Tat, sondern das psychologische Verhindern einer Handlung.
Spanien / Lateinamerika: "Manana" (Morgen) heißt es, wenn etwas gemacht werden soll. Und am nächsten Tag heißt es dann wieder: Manana.
Talkshow: In jeder Fernseh-Gesprächsrunde kann man es hören. Wenn ein Gast eine Frage nicht beantworten will, dann beantwortet er einfach eine Frage, die gar nicht gestellt wurde. Und dies so ausführlich und die Aussagen ganz im Sinn und unter Beifall der Zuhörer, dass zum Schluß alle die eigentliche Frage vergessen haben.
Wüterich: Darf sich in einer Gummizelle austoben.
Karl Valentin: Der Buchbinder Wanninger versucht vergeblich, eine einfach Auskunft zu erhalten und verirrt sich dabei in einer endlosen Telefon-Weiterleitung.
Franz Kafka: In seinen Erzählungen bewegen sich die Menschen wie Hamster im Laufrad.
Service: Der Sprachcomputer und die Warteschleife in Service-Zentralen.
Die Erziehung eines Königs: Der Prügelknabe bekommt die Strafe und nicht der Prinz.

Jede Kampfsportart hat ihr eigenes Konzept und ihre speziellen Geheimnisse. Hier eine Liste mit weiterführenden Links der Kampfsportarten von populär über selten bis zu fast unbekannt.: kampfsportarten-abc.de/kampfsportarten-liste/

Keine Kommentare:



Muskeln brauchen Training; aber welches? – Bücherliste: Auch beim Muskeltraining ist es nicht gut, einfach so drauflos zu trainieren. Die Übungen sollten gut aufeinander abgestimmt sein. Oft ist weniger auch mehr.: 7 Methoden, meine Muskeln zu trainieren - Bücherliste


Beliebte Posts