Montag, 21. Januar 2008

Kampfkunst der Pflanzen


Pflanzen sind hilflos, so scheint es, wenn man von fleischfressenden Pflanzen einmal absieht. Und doch haben Pflanzen Techniken der Selbstverteidigung entwickelt.
In Südafrika starben 1990 dreitausend Antilopen. Sie wurden ermordet durch Akazienbäume und durch die Unkenntnis der Menschen. Die Akazien erhöhen die Dosis des Giftes Tannin, sobald Antilopen oder andere Fressfeinde über sie herfallen. Und sie warnen ihre Nachbarn, durch die Abgabe von Ethylen in die Luft. Die anderen Akazien „riechen“ das Ethylen und erhöhen sofort ihren Tanningehalt. Die Antilopen in freier Wildbahn fressen deshalb an den Blättern einer Akazie nicht mehr als zehn Minuten – und sie beachten die Windrichtung. Sie bewegen sich immer gegen den Wind, wo die anderen Akazien noch nicht gewarnt sind. Den dreitausend Antilopen wurde zum Verhängnis, dass sie zur Züchtung in einem Gehege festgehalten wurden und darum immer an den gleichen Akazien fressen mußten. So wurden die Antilopen von den Akazien vergiftet.
Wer auf Dauer überleben will, der muss sich verteidigen können. Wobei die Mechanismen der Verteidigung durchaus phantasiereich sein können. Auch die Selbstverteidigung von Tiger, Igel oder Stinktier sind erfolgreich. Aber wie verteidigen sich die Pflanzen?
Kein Witz: Wissenschaftler (beispielsweise am Max-Planck-Institut in Jena) quälen Pflanzen mit Pinzette, Schere und einem Roboter, der wie eine Raupe an der Pflanze frißt. Die Wissenschaftler sind auf der Suche nach dem: Wurzel-Gehirn. Ihre Forschungen bringen erstaunliches zu Tage, was für eine Selbstverteidigung möglich ist, wenn man bei Gefahr nicht davonlaufen kann.
Pflanzen sind giftig: Viele Pflanzen haben sich im Laufe der Evolution giftig gemacht, für Tiere und Menschen. Darum wird auch jede Getreideart vom Menschen besonders gemahlen, geschält, mit Wärme behandelt usw., um die Giftstoffe unschädlich zu machen. Tiere und Menschen werden krank oder sterben, wenn sie von für sie giftigen Pflanzen essen.
Die Pflanze erkennt einen Angriff: Die Pflanze unterscheidet zwischen einem einmaligen Schaden und einem längeren Angriff. Erst wenn ein Feind erkannt wird, kommt eine Reaktion – und zwar eine genau auf den Feind und den Angriff abgestimmte Verteidigung.
Pflanzen machen sich giftig: Die Pflanze beginnt, nach dem Erkennen eines Freßfeindes, die passenden Gifte zu produzieren.
Pflanzen programmieren ihre Gene um: Um sich besser gegen einen Angriff wehren zu können, ändern die Pflanzen ihre Gene, innerhalb von Stunden.
Die Pflanze ruft um Hilfe: Aus der Wunde werden Duftstoffe abgesondert. Mit den Duftstoffen werden einerseits die Nachbarpflanzen gewarnt. Andererseits sind die Duftstoffe auch ein Signal für die Fressfeinde desjenigen, der gerade an der Pflanze nagt. Wenn also eine Raupe an der Pflanze frißt, dann werden die Freßfeinde der Raupe angelockt.
Pflanzen und Gentechnologie: Gentechnisch veränderte Pflanzen sprechen oft eine andere Sprache. Die nicht mit Gentechnik veränderten Pflanzen verstehen sie nicht mehr. Darum werden die Gen-Pflanzen dann auch von mehr Schädlingen befallen. Auch durch Züchtungen entstandene Nutzpflanzen kennen dieses Problem.

Hier sind faszinierende Kampfstile der Menschen zu finden: Kampfsportarten Liste – sortiert nach dem Alphabet

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