Mittwoch, 25. Juni 2008

Berliner Charite Professur fuer alternative Medizin

Die Berliner Charite hat eine Professur für Komplementärmedizin eingerichtet, am ChariteCentrum für Human- und Gesundheitswissenschaften im Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie. Ähnliche Einrichtungen gibt es auch in Essen, Rostock und München. Die Professur wird besetzt von Claudia Witt. Es handelt sich um eine Stiftungsprofessur, eine Millionen Euro werden dafür bezahlt von der Karl und Veronica Carstens-Stiftung (www.carstens-stiftung.de). In Studien sollen Naturheilverfahren, Homöopathie oder Akupunktur wissenschaftlich untersucht werden, ebenso die chinesische Bewegungstherpie Qigong (Qigong für Kinder, Qigong für den Nacken). Wirkungen und Nebenwirkungen sollen erforscht und auch den naturwissenschaftlichen Ursachen ihrer Wirkung soll nachgegangen werden. Sponsor der Professur ist die Karl und Veronica-Carstens-Stiftung in Essen, die bekannt ist für ihre Förderung der Alternativmedizin.
Da Patienten und Krankenkassen alternative Heilmethoden immer mehr akzeptieren, kommen nun auch Schulmedizin und Universitäten an diesem Phänomen nicht mehr vorbei. Gerade bei chronischen Beschwerden berichten Patienten immer wieder von medizinischen Erfolgen, die sie in der Schulmedizin vergeblich gesucht haben, oft viele Jahre lang. Der Nutzen von Therapien wie Akupunktur, Homöopathie oder Qigong sollen nun wissenschaftlich untersucht werden, durch klinische und epidemiologische Studien sowie gesundheitsökonomische Analysen.
Es zeichnen sich jetzt schon zwei Lager ab. Die einen sind erfreut, dass es nun endlich auch wissenschaftliche Belege geben wird, für die Wirkung der alternativen Medizin – die anderen hoffen genau das Gegenteil. Die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) e.V. kritisiert die Einrichtung dieser Professur als Kniefall vor der alternativmedizinischen Lobby.


* Arbeitsgruppe Prof. Dr. Claudia M. Witt, MBA an der Berliner Charite:Die hier einmal verlinkte Seite existiert nicht mehr.

Kommentare:

Herr Yang hat gesagt…

Klasse-Blog. Vielen Dank. Habe ich erst jetzt entdeckt.

Kai Schmitt hat gesagt…

Die Darstellung stimmt so nicht ganz die GWUP befürchtet nicht positive Ergebnisse, sondern bezweifelt, dass es um objektive Fakten geht. Denn die Homöopathie ist sehr gut physikalisch, chemisch, wissenschaftstheoretisch, medizinisch usw. untersucht worden, es mangelt nicht an Daten. Die Daten sprechen gegen die Homöopathie http://www.gwup.org/themen/texte/homoeopathie/
so wie ich es verstanden hab, geht es der GWUP darum, dass zu befürchten ist, dass die bewerten Methoden der wissenschaftlichen Medizin aufgeweicht werden sollen. Ob das der Fall sein wird, bleibt abzuwarten, klar ist doch, dass die Stiftung hinter der Professur an Belegen für die Wirksamkeit interessiert ist und nicht an einer grundsätzlichen Erforschung des Themas. Die Karl und Veronica-Carstens-Stiftung ist ideologisch überzeugt, dass Alternative Medizin funktioniert und wenn die wissenschaftlichen Belege fehlen, dann sind halt die Kriterien falsch, also ändern wir doch einfach die Spielregeln...es bleibt spannend.



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