Donnerstag, 26. Juni 2008

Recht behalten – Kampfkunst mit Worten

In Nachlaß des deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer fand sich eine kleine Schrift: „Eristische Dialektik. Die Kunst, Recht zu behalten.“ Schopenhauer hat hier die Techniken zusammengetragen, mit denen man einen Gegner im Streitgespräch besiegen kann, auch wenn man im Unrecht ist. Denn so wie in der Kampfkunst und beim Fußball nur nach dem Gewinner gefragt wird, ist es auch wichtig in Diskussionen als Sieger vom Platz zu gehen, wenn man etwas erreichen will. Eine gute Sache kommt oft nicht zum Durchbruch, weil die das Publikum überzeugenden Argumente fehlen. Es ist eine Kampfkunst der Worte, es gibt Sieger und Besiegte. Eristische Dialektik: Eristik = Lehre vom Streitgespräch. Bei den alten Griechen war Eris die Göttin der Zwietracht.
Diese „Kampfkunst Techniken“ von Arthur Schopenhauer für Diskussionen sind klein aber wirkungsvoll. Jeder kennt Sie. Man erlebt sie täglich, oft ohne den Trick dahinter zu erkennen. Es sind auch geeignete Techniken, Rechthaber zu entwurzeln.

Arthur Schopenhauer hat 38 Kunstgriffe zusammengestellt, hier Beispiele:

* Kunstgriff 8: „Den Gegner zum Zorn reizen: denn im Zorn ist er außer Stand richtig zu urteilen und seinen Vorteil wahrzunehmen. Man bringt ihn in Zorn dadurch dass man unverhohlen ihm Unrecht tut und schikaniert und überhaupt unverschämt ist.“

* Kunstgriff 27: „Wird bei einem Argument der Gegner unerwartet böse, so muss man dieses Argument eifrig urgieren: nicht bloß weil es gut ist ihn in Zorn zu versetzen, sondern weil zu vermuten ist, dass man die schwache Seite seines Gedankenganges berührt hat und ihm an dieser Stelle wohl noch mehr anzuhaben ist, als man vor der Hand selber sieht.“

* Kunstgriff 30: „Das argumentum ad verecundiam (an die Ehrfurcht gerichtete Argument). Statt der Gründe brauche man Autoritäten nach Maßgabe der Kenntnisse des Gegners. Unusquisque mavult credere quam judicare (jeder will lieber glauben als urteilen): sagt Seneca: man hat also leichtes Spiel, wenn man eine Autorität für sich hat, die der Gegner respektiert. Es wird aber für ihn desto mehr gültige Autoritäten geben, je beschränkter seine Kenntnisse und Fähigkeiten sind. ...“

* Kunstgriff 33: „Das mag in der Theorie richtig sein, in der Praxis ist es jedoch falsch.“ – Durch dieses Sophisma gibt man die Gründe zu und leugnet doch die Folgen ...

* Der Text von Arthur Schopenhauer „Die Kunst, Recht zu behalten: In achtunddreißig Kunstgriffen dargestellt.“ beim freien Lexikon Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Kunstgriffe (Schopenhauer)

* Analyse des Textes von Arthur Schopenhauer „Eristische Dialektik. Die Kunst, Recht zu behalten.“ bei Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Eristische_Dialektik

* Das Buch von Arthur Schopenhauer „Die Kunst, Recht zu behalten: In achtunddreißig Kunstgriffen dargestellt.“: Ansicht bei Amazon

Jede Kampfsportart hat ihr eigenes Konzept und ihre speziellen Geheimnisse. Hier eine Liste mit weiterführenden Links der Kampfsportarten von populär über selten bis zu fast unbekannt.: kampfsportarten-abc.de/kampfsportarten-liste/

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