Dienstag, 2. September 2008

Mit Kampfkunst zum Millionaer

Kampfkunst wird zum Geschäft.

Im alten China waren Kungfu und Tai Chi schon immer ein Geschäft. Die Lehrer mußten schließlich von etwas leben. Nur so konnten sie ihre Leidenschaft zum Beruf machen. Heute gibt es Ideen – natürlich aus den USA – mit Kampfsport zum Millionär zu werden. Ein Meister der Kampfkunst sollte auch ein Meister sein im Marketing und Geldverdienen. Eine gute Kampfkunst Ausbildung, ein hoher Dan-Grad machen noch keine erfolgreiche Kampfkunst Schule. Idealismus kann betriebswirtschaftliche Kenntnisse nicht kompensieren. Viele hervorragende Kampfsportlehrer haben eine Einkommen am Existenzminimum, weil ihnen diese Kenntnisse fehlen.
Da sich viele Schulen für Kampfkunst, Tai Chi und Qigong gerade so über Wasser halten, sollten die Ideen und Theorien aus Amerika näher angesehen werden. Ohne wirtschaftlichen Erfolg kann ein gutes Kampfkunst Angebot nicht gewährleistet werden.
Kampfkunst ist Lifestyle geworden, ob man dies nun mag oder nicht. Immer mehr Lehrer für Kampfkunst, Tai Chi, Qigong, Yoga kommen auf den Markt. Die Zahl der Yoga Lehrer ist in den letzten Jahren geradezu explodiert.

Die Einnahmen für eine Kampfkunst Schule lassen sich auf folgende Möglichkeiten konzentrieren:
* Möglichst viele (zahlende) Mitglieder gewinnen. Das Marketing organisieren, immer im Gespräch bleiben, einen guten Kontakt zur Lokalpresse haben. Die „richtigen“ Kampfkunst Systeme anbieten, zu denen auch eine große Nachfrage besteht.
* Die Mitglieder halten durch immer intensivere Angebote.
* Den richtigen Preis für das Angebot fordern können.
* Die Organisation in der Schule optimal gestalten. Die Kosten im Griff haben.
* Veranstaltungen organisieren: Wochenenden, Workshops mit bekannten Lehrern.
* Workshops geben: Rückenschule für Krankenkasse, Augentraining in Volkshochschule, Gesundheitstraining für Firmen, Angebote für Fitnesszentren, Vereine jeglicher Art, Betriebssporteinrichtungen, Kliniken, Kureinrichtungen ...
* Reisen organisieren: nach China an legendäre Plätze und Kampfkunst Schulen.
* Palette der Mitglieder erweitern: Kinder, Rentner, Selbstverteidigung für Frauen.
* Privatschüler im Einzelunterricht trainieren. Berühmte Kampfkunst Meister im alten China lebten von ein paar reichen Privatschülern, die für eine individuelle Kampfkunst / Qigong Ausbildung von einem so großen Meister viel Geld bezahlten. Geheime Techniken brachten in den alten Zeiten viel Geld. Sozusagen: Werde reich, indem Du Deine Schüler bereicherst.
* Der Lehrer von einer bekannten Person werden und dies dann auch alle wissen lassen. Der Yoga-Lehrer von Madonna hat keine Probleme mehr, was sein Einkommen betrifft.
* Kampfkunst Lehrer ausbilden, mit Dan-Grad oder Urkunde zum erfolgreichen Abschluss.
* Die Nutzung von Trainingsgeräten in der Schule.
* Sportartikel verkaufen: Anzüge, Schuhe, DVDs, Bücher, Zubehör.
* Förderungen oder Sponsoren gewinnen, etwa durch die Gründung von einem Verein.
* Kosten senken durch geringe Mieten, ehrenamtliche Mitarbeiter usw.
* Angebote auf der Webseite der Schule.
* Für all dies ein gutes Marketing, bis hin zu Auftritten in der Lokalzeitung, Radio und Fernsehen.

Eine bliebte Methode, Schüler an sich zu binden, ist die „Erfindung“ eines neuen Stils. Die Bezeichnung für diesen Stil wird als Marke eingetragen. Dann kann man selber bestimmen, wer den Namen benutzen darf, welche Zertifikate vergeben werden. Es ist eine Art Kampfkunst Franchise. Allerdings ist der Aufwand so gewaltig, diesen neuen Stil zu etablieren, dass wohl meist viel besser ist, einen beliebten Stil zu unterrichten, den viele auch lernen wollen. Dem Stil einer bestimmten Familientradition entspricht es heute eher, einem bestimmten Verband anzugehören.

Lesetipps zum Thema Kampfsport als Beruf / Geschäft

* Das Buch „Kampfsport ist Business“ von F. Silverman, einem amerikanischen Sportschul-Betreiber über den erfolgreichen Betrieb einer Sportschule. Betriebswirtschaft und Marketing für eine Sportschule. Was sind die Grundlagen des Erfolges. Wie wird ein Team entwickelt. Wie wird der Unterricht strukturiert. Wie können die Abläufe standardisiert werden. Wie wird ein erfolgreicher Sportartikelverkauf organisiert. Wie Veranstaltungen organisieren. Wie können Wachstum und Expansion erreicht werden. Wie werden Kunden gewonnen und gebunden. Die Kampfkunst Schule führen wie ein erfolgreiches Unternehmen. Dazu gehören auch eine ordentliche Finanzplanung, Personalpolitik und Buchführung.

* Das Buch „Leitfaden für freie beratende, lehrende und therapeutische Berufe in Deutschland“ von Thomas Bannenberg. Wer sich als selbstständiger Lehrer, Berater versuchen will oder eine Praxis eröffnen, der findet hier viele Informationen für einen guten Start. Kapitel im Buch sind: Wie starte ich in eine selbständige Tätigkeit? Grundkenntnisse für Selbständige. Marketing und Werbung.Versicherungen. Hilfe, ich mach Gewinn!: Ansicht bei Amazon

Jede Kampfsportart hat ihr eigenes Konzept und ihre speziellen Geheimnisse. Hier eine Liste mit weiterführenden Links der Kampfsportarten von populär über selten bis zu fast unbekannt.: kampfsportarten-abc.de/kampfsportarten-liste/

In mehreren langen Artikeln beschäftigt sich ein deutscher Blogger mit der Geschäftemacherei im Kampfsport:

* Im Teil 1 „The Big Kung Fu Swindel?“ geht es um die verschiedenen Kampfkunst Systeme, ihre Unterscheidung in Theorie und Praxis. Der Verkauf von Techniken statt realer Fähigkeiten. Über Verbände, die Kampfkunst Syteme nutzen als Grundlage für Struktur-Unternehmen. Kampfkunst Grade muss man erwerben, die über den eigenen Platz in der Hierarchie und über das Einkommen bestimmen.: Die hier einmal verlinkte Seite existiert nicht mehr.

* Im Teil 2 „Merchandise and Erdbeereis“ wird ironisch das Reich werden mit Kampfkunst betrachtet. In wenigen Jahren mit Kampfkunst ein reicher Mann werden. Wie kann real ein Einkommen von 1.500 Euro Brutto erreicht werden. Das Gewinnen neuer Kampfkunst Schüler durch ein Schneeballsystem. Neue Lehrer müssen neue Schüler gewinnen. Vom Sifu zum Sifunat. Verschiedene Kampfkunst Programme anbieten, unterteilt in verschiedene Level. Der Zwang, zu einem asiatischen Disney World zu werden. Mystik und exotische asiatische Waffen.: Die hier einmal verlinkte Seite existiert nicht mehr.

* Im Teil 3 „Man spinnt sich so richtig ein“ werden die Kampfkunst Ideale ironisch als hinderlich beim Geld verdienen mit Kampfkunst dargestellt. Wie erfolgreiche Werbung für die Kampfkunst Schule schon die falschen Erwartungen weckt.: Die hier einmal verlinkte Seite existiert nicht mehr.


* „Möchtest Du eine Millionär sein?“ Dies ist das Motto auf einer amerikanischen Kampfkunst Seite. Es wird die Geschichte erzählt von einem verheirateten Paar, beide Schwarzer Gürtel Träger, die in ihrer Stadt ein Dojo eröffnen wollten. Es gab allerdings schon viele Dojos und die Konkurrenz war darum sehr hoch. Mit der richtigen Unterstützung schaffen Sie es aber, innerhalb von 90 Tagen 160 Schüler zu gewinnen. Ihre Kampfkunst Schule wuchs weiter und nach drei Jahren hatten sie Einkünfte von einer Millionen Dollar.
Dann wird die Frage aufgeworfen, wie man mit Kampfkunst eine Millionen Dollar machen könne. Dafür werden vier Voraussetzungen genannt:
Erstens: Es müssen viele Schüler gewonnen werden.
Zweitens: Die Schüler müssen Beiträge zahlen, so hoch als nur möglich.
Drittens: Die Schüler müssen viele Jahre in der Kampfkunst Schule als zahlende Mitglieder gehalten werden.
Viertens: Es muß so viel als möglich zusätzliches Einkommen generiert werden.
Um dies zu erreichen, sollen zunächst kurzfristige Ziele gesetzt werden. Der Monat muss geplant werden. Für ein Einkommen von einer Millionen Dollar ist pro Monat ein Einkommen von ca. 83.000 Dollar nötig. Wie viele Schüler braucht man, um dieses Einkommen zu erzielen? Dafür sollen Elite Programme aufgelegt werden, für die 85 Dollar pro Monat bezahlt werden. Zweihundertfünfzig solche Schüler bringen dann im Monat 21.250 Dollar, dazu kommen noch die Einnahmen von fünfhundert „einfachen“ Schülern, die 42.500 Dollar im Monat zahlen. Macht zusammen 63.750 Dollar. Noch ein paar Schüler mehr und die 85.000 Dollar im Monat strömen herein. (Wie man sieht, mathematisch kein Problem. Wenn man in Deutschland tausend Kampfkunstschüler hat, dann wird man wahrscheinlich vom Verfassungsschutz überwacht.) Die wirkliche Rendite bringen die Schüler in Sonder-Kursen, die mehr dafür bezahlen. Dazu kommen die Einnahmen aus dem Shop der Kampfkunst Schule, die auch pro Schüler umgerechnet werden können. Nach einer scheinbar endlosen Rechnung kommen die Autoren auf 700 Schüler, die eine Kampfkunst Schule braucht, um 82.750 Dollar pro Monat zu verdienen.
Dann wird auf das Argument eingegangen: „In meiner Stadt kann man so viele Schüler nicht finden“. Die Antwort darauf ist: Wie viele junge Leute möchten das Selbstvertrauen und Willen haben, zu Drogen, Zigaretten, Alkohol und Gruppendruck nein zu sagen. Wie viele würden nicht gerne die Fähigkeiten haben, nie mehr Opfer von Gewalt zu sein? Wer würde nicht gerne Selbstdisziplin lernen, eine Selbstdisziplin, die einen auch in anderen Bereichen des Lebens nach vorne bringt? Wie viele Erwachsene möchten nicht Gewicht verlieren? Wie viele Erwachsene hätten nicht gerne die Selbstkontrolle, mit Rauchen und Trinken aufzuhören? Wie viele Erwachsene möchten nicht die Kondition haben, um Herzproblemen, Schlaganfall oder hohem Blutdruck vorzubeugen? Welcher Erwachsene möchte nicht besser gewappnet sein gegen den Stress des Alltags. Wie viele Frauen möchten nicht das Selbstvertrauen haben, wirkungsvoll Gewalt zu begegnen? Wie viele Menschen möchten nicht gerne ihre Rückenschmerzen loswerden? Wenn man all dies berücksichtigt, dann sind neunzig Prozent der Einwohner einer Stadt potentielle Schüler für eine Kampfkunst Schule. Die meisten Kampfschul-Leiter würden den Fehler machen, sich auf nur eine Gruppe zu konzentrieren: die Kinder. Als Beispiel wird ein Kampfkunst-Lehrer aus Kanada aufgeführt, der in einer 1.200-Einwohner-Stadt vierhundert Schüler gehabt habens soll. Kleine Städte hätten sogar Vorteile. Ein gutes Angebot spricht sich schnell herum. In einer kleinen Stadt haben die Einwohner weniger Möglichkeiten etwas zu unternehmen. In einer kleinen Stadt sind die Kosten geringer wie beispielsweise für Miete oder Werbung.
Zum Original Text über das Millionär werden mit einer Kampfkunst Schule.: Die hier einmal verlinkte Seite existiert nicht mehr.

* Ein Trend aus den USA ist die Ausgliederung des Beitragswesens. Externe Buchführung und Forderungsmanagement. Experten kümmern sich um die Zahlung der Beiträge, um Steuern und um das Marketing. In den USA haben viele Sportschulen ihr komplettes Beitragswesen ausgegliedert an so genannte Billing-Companies. Diese Companies versorgen ihre Kunden gleichzeitig auch mit Marketing Tipps. Denn je mehr Schüler eine Kampfkunst Schule hat, umso mehr bleibt auch bei den Billing-Companies hängen. Auch gehen diese Unternehmen professionell gegen die schwache Zahlungsmoral einiger Schüler vor. So wird auch das direkte Verhältnis zwischen Lehrer und Schüler nicht gestört. Ein Anbieter ist die MAIA (Martial Arts Industry Association), die Unterstützung gibt bei der Organisation einer Kampfkunst-Schule. Einerseits werden Unterlagen und DVDs verschickt, andererseits werden Dienstleistungen angeboten.

Kampfkunst und wirtschaftlicher Erfolg

Wer wirtschaftlichen Erfolg haben möchte, der muss dieses Ziel auch anpeilen. Dazu gehören betriebswirtschaftliche Kenntnisse ebenso wie Fähigkeiten in der Kampfkunst. Schließliche müssen auch Mieten und Löhne gezahlt werden. Wer großartige Fähigkeiten hat, hat deshalb noch nicht die Fähigkeit, diese auch zu vermarkten. Wer Selbständig werden will als Lehrer für Kampfsport, Kampfkunst, Tai Chi, Qigong, Yoga usw., der kann in Deutschland oft auch auf Fördermittel zurückgreifen.

Keine Kommentare:



Muskeln brauchen Training; aber welches? – Bücherliste: Auch beim Muskeltraining ist es nicht gut, einfach so drauflos zu trainieren. Die Übungen sollten gut aufeinander abgestimmt sein. Oft ist weniger auch mehr.: 7 Methoden, meine Muskeln zu trainieren - Bücherliste


Beliebte Posts