Donnerstag, 11. Dezember 2008

Go Spiel – Mit Intuition gegen Logik

Yin und Yang auf einem Brett
Das Go Spiel (auch: weiqi = Umzingelungsspiel, oder: baduk) wurde von den Chinesen vor 2500 Jahren oder früher erfunden, und ist damit eines der ältesten Brettspiele der Welt und ein Beispiel für Chinesische Philosophie. Die Regeln für dieses Brettspiel begreift jedes Kind, aber der Computer will es nicht begreifen, der in Schach und Dame fast unbesiegbar geworden ist. Obwohl es ein Logik-Spiel ist kann die Computer-Logik das Spiel nicht begreifen. Eine Millionen Dollar hat ein reicher Taiwanese für denjenigen ausgesetzt, der ein Go Computer-Programm schreibt, das einen guten Go-Spieler schlagen kann.
Nur die Langfristigkeit zählt
Go ist ein Strategiespiel. Zwei Spieler spielen gegeneinander. Ein Stein wird nur einmal gesetzt und dann nicht mehr bewegt. Wenn es gelingt, Steine des Gegners zu umschließen, dann können diese vom Brett genommen werden. Wer am Ende das größte Gebiet besetzt und dem Gegner die meisten Steine weggenommen hat, der wird Sieger. Es können nicht alle „Züge“ im voraus berechnet werden. Die Möglichkeiten sind zu viele. Der Instinkt siegt über die Mathematik.
Der Umweg ist oft schneller als die Gerade
Das Go Spiel beruht auf Intuition und Erfahrung, und kann nicht mit Logik beherrscht werden. Ein Stein für sich bedeutet nichts, seine Bedeutung liegt in seiner Beziehung zu den anderen Steinen und in seiner Bedeutung für die Zukunft. Das Ziel ist, mit den eigenen Steinen Gebiete auf dem Brett zu erobern. Zwei Feldherren konkurrieren um die Besetzung eines herrenlosen Landes.
Das Go Spiel wurde auch beliebt in Korea und Japan, von wo es seinen Weg in den Westen antrat. Das Go Spiel trainiert Meditation und strategisches Denken. Viele Lebensweisheiten lassen sich aus dem Go Spiel ableiten. Die Chinesische Philosophie liegt auch in der Legende des Spiels, das vom mythischen ersten chinesischen Kaiser Yao erfunden worden sein soll. Die Idee von Yin und Yang findet sich im Go Spiel, bei dem es keinen vollständigen Gewinner oder Verlierer geben kann und keinen wirklichen Kampf. Sogar der Selbstmord für einen eigenen Stein ist erlaubt. Man kann die Regeln im Go Spiel in wenigen Minuten lernen, für das Verstehen des Sinns braucht man aber ein ganzes Leben. Ein Anfänger hat schon Probleme zu erkennen, wer das Spiel gewonnen hat oder wann das Spiel zu Ende ist.
Wie in einer Kampfkunst gibt es die Einteilung in Grade wie Dan oder Kyu. Wenn ein Anfänger mit einem Fortgeschrittenen spielt, dann bekommt er einen Vorsprung, entsprechend seinem Dan Grad. Auch im Internet werden Spiele ausgetragen.
Das Go Spiel wird auch angesehen als Meditation. Die grauen Zellen werden trainiert. Das Go Spiel hilft dabei, die eigene Persönlichkeit zu kultivieren. Einer Legende nach wurde das Go Spiel entworfen von einem chinesischen Kaiser, der damit für seinem Sohn Konzentration und Disziplin fördern wollte. Es gibt im Go Spiel keinen völligen Verlierer und keinen vollkommenen Gewinner.
Die besten Go Spieler der Welt kommen aus China, Japan, Korea und Rußland. In Japan können Hunderte Go Spieler das Profis vom Go Spielen leben.
Go ist eine Quelle vieler Sprichwörter in China. Der Sinn dieser Sprichwörter erschließt sich oft nur dem, der das Go Spiel beherrscht.
„Kämpfen ist nicht der Schlüssel zum Go, es dient allein als letzter Ausweg.“ Zhong-Pu Liu

* Lesetipp: Das Buch „Das Go-Spiel. Eine Einführung in das asiatische Brettspiel.“: Ansicht bei Amazon

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