Montag, 1. Juni 2009

Wang Xiangzhai - Begruender der Inneren Kampfkunst Yiquan

Innere Kampfkunst Yiquan – Zurück zu den Wurzeln
Wang Xiangzhai (1885-1963) begründete die Kampfkunst Yiquan: Imaginations-Boxen, auch Dachengquan ("Großes-Erfolgs-Boxen") genannt.
Am Anfang stand die Kritik. Für Wang Xiangzhai stand bei den Inneren Kampfkünsten im Vordergrund ihre Anwendung als Kampfkunst. Diese schien Ihm aber immer mehr zu verschwinden. Deshalb kritisierte Wang Xiangzhai die großen Inneren Kampfkünste Tai Chi Chuan, Ba Gua Zhang und Xing Yi Quan. Sie wären dabei, ihre Wurzeln als Kampfkunst zu verlieren.
* Kritik am Xing Yi Quan: Beim Xing Yi Quan wurden nach Meinung von Wang Xiangzhai zu viele neue Übungen hinzugefügt, wie die Übungen der zwölf Tiere, die es im ursprünglichen Xingyiquan nicht gab und die nur am Training der wirklich wichtigen Inneren Übungen hindern würden. Außerdem würde zuviel Theorie in das Xingyiquan gepackt, mit der die Schüler vor lauter Philosophieren nicht mehr dazu kommen würden, eine effektive Kampfkunst zu erlernen.
* Kritik am Tai Chi Chuan: Am Tai Chi Chuan störte Wang Xiangzhai, dass nur wenige, "höchstens einer von hundert" Übenden Tai Chi Chuan wirklich begriff und es als Kampfkunst anwenden konnte. Wang Xiangzhai war ein Freund vom Tai Chi Meister Yang Chengfu, und wußte daher, wie gut Tai Chi Chuan sein kann – aber kaum einer der Tai Chi Schüler von Yang Chengfu konnte auch nur annähernde Tai Chi Fähigkeiten vorweisen. (Und zu dieser Erkenntnis kam er in China, im Geburtsland des Tai Chi Chuan, und zu einer Zeit, in der fast alle Tai Chi Übenden bei erfahrenen Meistern lernten.) Der Weg zur Meisterschaft im Tai Chi Chuan erschien Wang Xiangzhai viel zu lang, um viele Kampfkünster hervorbringen zu können.
Genauso wie beim Xingyiquan sah Wang Xiangzhai beim Tai Chi Chuan eine Entwicklung zu immer mehr Übungen. Die Ur-Form des Tai Chi Chuan bestand nur aus 3 Bewegungen (Figuren), dann wurden es 13 Bewegungen, bis zu Formen mit 150 Tai Chi Figuren. In diesem Wachstum sah Wang Xiangzhai einen der Gründe für den Niedergang des Tai Chi Chuan als Kampfkunst. Der Übende kann sich nicht mehr auf das Wesentliche konzentrieren, weil er das Wesentliche durch die vielen äußeren Bewegungen nicht mehr erkennt. Wenn diese Entwicklung so weitergehe, dann werde Tai Chi Chuan eines Tages eine so effektive Kampfkunst sein wie das Schachspielen, meinte Wang Xiangzhai.
* Kritik am Ba Gua Zhang: Auch beim Ba Gua Zhang sah Wang Xiangzhai einen Niedergang. Die Fähigkeiten der alten Meister, die er noch kennengelernt hatte, konnte er bei seinen Zeitgenossen nicht mehr finden.

Nach vierzigjähriger Erfahrung bin ich zu der Erkenntnis gelangt, daß alle echte Stärke aus ursprünglicher, selbstloser Leere hervorgeht und daß diese Leere dadurch erzielt werden kann, daß man seine Aufmerksamkeit auf die kleinen, subtilen Bewegungen des Körpers richtet. Wang Xiangzhai

Yiquan – Essenz der Inneren Kampfkünste
Wang Xiangzhai lernte XingYiQuan von Meister Guo Yunshen (Kuo Yun Shen). Mit 14 Jahren begann er sein Training. Sein Meister Guo Yunshen hatte nur eine Technik, mit der alle Gegner bezwang. Nach dem Tod seines Meisters reiste Wang Xiangzhai ab 1918 wie ein Geselle durch China, um bei angesehen Kampfkunst-Meistern die Essenz ihrer Kunst zu ergründen. Er lernte auf seiner Suche die Inneren Kampfkünst Chinas kennen.
Wang Xiangzhai wollte die Innere Kampfkunst wieder auf ihr inneres Training konzentrieren und damit zu ihren Wurzeln zurück bringen, darum entfernte er das Xing (= die Form) aus dem Xing-Yi-Quan und nannte seine neue Kampfkunst einfach nur: Yiquan. Ein andere gängiger Name für die neue Kampfkunst ist: Dachengquan (Boxen der grossen Fülle); so soll auch mit dem Namen deutlich gemacht werden, wie sehr sich die neue Kampfkunst vom Xing Yi Quan unterscheidet. (Wang Xiangzhai mochte den Namen Dachengquan nicht. Er würde suggerieren, dass es sich um eine alte, ausgereifte Kampfkunst handeln würde. Was sie nicht war.) So begründete Wang Xiangzhai seine eigene Kampfkunst. Eine Revolution zurück zu den Wurzeln. Diese Kampfkunst bestand aus nichts anderem, als den Grundprinzipien der Inneren Kampfkünste. Kleine innere Bewegungen stehen im Mittelpunkt der Übungen und nicht äußere Figuren.
Die Leute suchen das Übernatürliche und sehen nicht, dass die Wunder im Natürlichen und Gewöhnlichen liegen. Wang Xiangzhai
Das Yiquan lernen beginnt mit Standmeditation. Einfach nur stehen. Der Geist wird durch das Stehen gezwungen, intutiv den Weg der Inneren Kampfkunst zu gehen. Dann folgen kleine Bewegungen. Aus der Standmeditation drückt der Übende in seiner Vorstellung geben einen Ball oder die Beine gehen in der Vorstellung knietief durch Schlamm. Die Standmeditation ist immer die Basis für das Yiquan Training.

Yiquan – Kampfkunst für den Geist
Im Yiquan Training spielt der Geist eine zentrale Rolle. Der Geist, die Vorstellungskraft entwickeln ein Gefühl für den Körper, das dann in der Kampfkunst angewendet werden kann.
Da Yiquan die Essenz der Inneren Kampfkünste enthält, können die Yiquan Übungen die Fertigkeiten in jeder Kampfkunst verbessern.

Yiquan – eine Gesundheitsübung
Wang Xiangzhai betonte im Laufe der Zeit immer mehr den gesundheitlichen Nutzen der Yiquan Übungen. Er lehrte sein System auch zur Gesundheit und nicht nur zur Kampfkunst. Überdauert hat das Yiquan aber als Innere Kampfkunst.

Wang Xiangzhai, auch genannt: Wang Xian Zhai, Nibao, Zhenghe, Yuseng (Mönch des Universums)


Videoclip mit einer Vorführung von Yao Zongxun, einem Schüler von Wang Xiangzhai.

* Mehr Informationen zu Inneren Kampfkunst Yiquan: Yiquan / Dachengquan – Kampfkunst der Stand-Meditation

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