Mittwoch, 28. Oktober 2009

Orthorexie – Krank durch gesunde Ernaehrung

Gesundes Essen als Krankheitsbild
Die Krankheit Orthorexie (Orthorexia nervosa, krankhaftes Gesundessen) wurde 1997 „entdeckt“ vom US-amerikanischen Arzt Dr. Steven Bratman. Steven Bratman hat diese Krankheit zuerst bei sich selbst diagnostiziert: "Ich habe mich geweigert, Gemüse zu essen, dass vor länger als einer Viertelstunde geerntet worden war".
Bei der Orthorexie handelt es sich um den Zwang, sich ständig mit gesundem Essen zu beschäftigen. Es ist eine Essstörung, die noch nicht wissenschaftlich exakt definiert ist. Der Betroffene will sich unbedingt gesund ernähren.

Orthorexie – Fanatismus beim Essen
Das Essen gehört zu den Umwelteinflüssen, die man kontrollieren kann. Mit der Änderung des Essverhaltens soll Krankheiten vorgebeugt oder eine Krankheit bekämpft werden.
Ein Patient mit Orthorexie teilt Lebensmittel ein in gesund und ungesund. Der alte Spruch „Von allem aber nur in Maßen.“ wird zu „Nur von ganz bestimmten gesunden Lebensmitteln“. Gegessen wird nur gesundes Essen. Der Genuss beim Essen wird verdrängt. Der Genuss ist kein Teil des Essens mehr. Es bleibt nur noch eine geistige Disziplin. Die Nahrungsaufnahme wird Tage im Voraus geplant. Einige sprechen von einer Ernährungsreligion.
Auslöser für die Orthorexie sind häufig Lebensmittelskandale in den Medien, eine Krankheit oder die Furcht vor einer Krankheit. Orthoretiker sollen hauptsächlich gebildetet Männer zwischen 20 und 40 Jahren sein.

Orthorexie – Was ist eigentlich gesundes Essen
Die Auswahl der vermeintlich gesunden Lebensmittel wird mit der Zeit immer geringer. Einerseits verringert jeder Lebensmittelskandal das Angebot, andererseits werden auch die vormals als gesund angesehenen Nahrungsmittel immer kritischer betrachtet. Getrieben zwischen Rinderwahn und Schweinepest. Überall werden Schadstoffe vermutet. Braten und Kochen zerstören die guten Stoffe in der Nahrung. Auch die Qualität von Nahrungsmitteln wird mit Mißtrauen betrachtet. Am Ende bleiben oft nur noch Obst und Gemüse. Und auch die werden nur noch selbst angebaut. Brot und Brötchen werden selbst gebacken. Es werden exotische Nahrungsmittel bestellt, die es kaum zu bekommen gibt. Fleisch und Milchrodukte verschwinden vom Speiseplan.

Orthorexie – Die Folgen
Zunächst wird durch die immer einseitiger werdende Nahrung der Betroffene eben nicht gesünder – im Gegenteil. Dann versucht der Betroffene immer stärker, seine Umgebung zu missionieren, was zu einer Vereinsamung führen kann. Zum Ausgleich dafür wird das Selbstwertgefühl gestärkt, das immer dann durch Schuldgefühle angekratzt wird, wenn der Heißhunger einmal stärker war als die Selbstdisziplin.
Das Streben nach mehr Gesundheit durch besseres Essen führt dann zu Untergewicht, Konzentrationsstörungen, Schlafmangel oder Antriebslosigkeit. Der Genuß verschwindet in immer mehr Bereichen des Lebens.

* Im Buch „Besessen vom Essen. Orthorexie. Bulimie. Anorexie. Adipositas.“ von Johann Kinzl, Ingrid Kiefer und Michael Kunze über die Bedeutung des Essens für die Gefühle und die Beziehungen zu anderen Menschen, die dann zu Essstörungen führen können.: Besessen vom Essen. Orthorexie. Bulimie. Anorexie. Adipositas. Buch. – ansehen bei Amazon

* Artikel auf gesundheitpro.de: Die hier einmal verlinkte Seite existiert nicht mehr.

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