Dienstag, 1. März 2011

Tai Chi Bewegungen in Zeitlupe

Warum wird beim Tai Chi so langsam geübt?
Das Üben von Tai Chi Chuan ist eigentlich das Üben einer Kampfkunst. Warum wird dann so langsam geübt? Bei einer Kampfkunst zählt doch Schnelligkeit! Hier ein paar Stichpunkte zu den Vorteilen vom langsamen Üben, das nicht nur beim Tai Chi Training von Vorteil ist.

Je langsamer, je korrekter
Je langsamer Bewegungen geübt werden, umso korrekter können sie ausgeführt werden. Der Übende kann sich selbst überprüfen. Der Körper wird immer dann schneller, wenn man unsicher ist. Fehler werden so von selbst erkannt. Der Körper ist der Lehrer. Die Langsamkeit ist der Lehrer. Der Körper darf nicht „stottern“. Eine Bewegung kann instinktiv ausgeführt werden, wenn sie oft genug langsam geübt wurde.
Eine besondere Methode, alle Arten von Bewegungen durch Langsamkeit und Spüren zu verbessern ist das System von Moshe Feldenkrais.: Mit Feldenkrais Bewegungsmuster aendern

Alle Muskeln werden trainiert
Bei einer Bewegung werden bestimmte Muskeln genutzt und andere Muskeln ruhen. Beim langsamen Tai Chi Üben werden Muskelfasern in die Bewegung mit einbezogen, die bei schnellen Bewegungen ruhen oder zumindest kaum genutzt werden. Besonders die Muskeln, die zum Aufrechthalten des Körpers aktiv sind, werden zur Bewegung trainiert – und gerade in diesen Muskeln steckt viel Kraft.

Der ganze Körper bewegt sich als Einheit
Ein Vorstellungsbild beim Tai Chi Üben ist der Gedanke, man würde sich im Wasser bewegen. Das geht nur langsam und unter Einsatz des ganzen Körpers. Wenn der Körper sich beim Tai Chi langsam bewegt, dann wird auch genau dies geübt. Alle Muskeln, Sehnen, Bänder, Knochen und Bindegewebe arbeiten zusammen als eine Einheit.

Den Geist entschleunigen
Um entspannter Leben zu können, muss der Geist entschleunigt werden. Die Schneemassen in diesem Winter haben zuerst viele Menschen genervt und dann zwangseise in einen ruhigeren Rhythmus versetzt. So trainieren die langsamen Bewegungen auch die Psyche, ruhiger zu werden. So kann auch Stress besser bewältigt werden.
Die langsamen Tai Chi Übungen haben noch einen Vorteil. Verschiedene Übungen folgen nahtlos aufeinander. Der Übende hat also keine Möglichkeit, sich zu ärgern, wenn eine Übung seiner Meinung nach nicht geklappt hat, denn er ist ja schon mit der nächsten Bewegung beschäftigt. Die Bewegungen im Tai Chi sind also nicht nur langsam, sie sind langsam fließend – was den positiven Effekt noch weiter erhöht.

Mehr Trainingseffekt in weniger Zeit
Normalerweise wird ein Körpertraining verstärkt, indem der Übende öfter übt. Wenn aber statt mehrer Wiederholungen einmal langsam geübt wird, dann spart dies unter dem Strich Zeit und bringt doch mehr an Trainingseffekt. Je langsamer, je besser.

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